bookmark_borderBibliothekstag*e

Auf Openpetition läuft derzeit die Petition Zeitgemäßer Name für den „Bibliothekar“tag. Auf das Thema muss ich, denke ich, nicht weiter eingehen. („Bibliothekartag“ war auch schon seltsam, bevor gendergerechte Sprache konservative Mitbürger*innen in den Genderwahn getrieben hat, der Frauenanteil in der „Branche“ ist doch nicht zu vernachlässigen…)

Auch auf die Diskussion auf InetBib will ich nicht näher eingehen – da war alles dabei, von totaler Zustimmung bis totaler Ablehnung, ist nur leider irgendwann in’s Absurde abgeglitten. Inklusive der strikten Ablehnung der Sternchen-Lösung, die so niemand vorgeschlagen hatte. (Aber was weiß ich schon, ich hab‘ Latein nur in der Schule gehabt.)

Wenn doch Interesse besteht, das Listenarchiv ist offen, viel Spaß. (Sind aber auch einige interessante Sachen drin, geschichtliche Aufarbeitung der Geschichte des Kongresses und Beispiele für andere, von der Gesellschaft unbemerkte Umbenennungen zum Beispiel. Ein Worst/Best-of der Diskussion gibt’s auf Twitter.)

In dem Sinne, drei kleine Links:

  • Armin Wolf: Ist Gendern der „Tod der Sprache“? (Spoiler: Nein)
    • Jede Variante, die ich oben beschrieben habe, ist besser als das ignorante generische Maskulinum.
  • Mela Eckenfels: Quellen zu nicht-diskriminierender Sprache
    • Eine Linksammlung zu Quellen, die helfen, auf diskriminierende Formulierungen zu verzichten, bzw. dafür zu sensibilisieren.
    • Interessant, weil nicht nur Tipps zu gendergerechter Sprache, sondern auch zur Vermeidung u.a. rassistischer und ableistischer Formulierungen
  • Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA): GRA-Glossar
    • Journalisten, Lehrkräfte, Schüler, Studierende, Politiker und historisch Interessierte können mittels des GRA-Glossars Herkunft, aktuelle Bedeutung und Konnotationen von belasteten oder vermeintlich belasteten Wörtern schnell und einfach abfragen.

bookmark_borderKein Recht auf uneingeschränkte Bibliotheksnutzung in Corona-Zeiten

So hat das Verwaltungsgericht Gießen geurteilt (Az. 3 L 2412/20.GI):

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts verletzten die Beschränkung der Nutzungsmöglichkeiten der Einrichtungen, die auf dem Hygiene- und Maßnahmenkonzept der JLU zur Eindämmung der Corona-Pandemie beruhen, den Antragsteller nicht in seinen Rechten verletzen.

(…)

Die Nutzung der Bibliothek des juristischen Fachbereichs sei grundsätzlich nur im Rahmen der tatsächlichen rechtlichen Nutzungsmöglichkeiten gegeben. Unter Wahrung der Abstandsregelungen und zum Gesundheitsschutz sei daher derzeit zulässigerweise nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen vorhanden. Dass die Universität diese Plätze vorrangig den Examenskandidaten zur Verfügung stelle, verletze den Antragsteller, der Student im 2. Semester ist, nicht in seinem Recht auf Gleichbehandlung.

Pressemitteilung des VG Gießen v. 19.08.2020, zitiert nach juris

Geklagt hatte ein Jurastudent im zweiten Semester, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Juris)

bookmark_borderDemokratische, neutrale Bibliotheken?

Zwei Beiträge aus BuB – Forum Bibliothek und Information, 71.2019:

bookmark_borderForderung nach Ende des Outsourcing der Medienbeschaffung der ZLB Berlin

Gegen eine partielle Auslagerung an den Markt (TM) in Form der in ÖBs relativ üblichen standing order für Spiegel-Bestseller hat wohl niemand etwas einzuwenden. Gleich die gesammte Medienbeschaffung auszulagern hingegen…

ver.di fordert nun ein Ende des Outsourcings und kritisiert:

ver.di kritisiert das Outsourcing von Kernaufgaben der Bibliotheksarbeit von Beginn an als Verlagerung der Kompetenz der Lektoren mit Steuergeldern an ein externes Unternehmen, das ohne kultur- und bildungspolitischen Auftrag handelt. Die Aufgabe der Lektorinnen und Lektoren der ZLB bei der Buch- und Medienauswahl darf nicht im Wesentlichen darauf beschränkt sein, schriftliche Fächerprofile zu erstellen, auf deren Grundlage dann Beschäftigte von externen, privaten Unternehmen, zu tariflich schlechteren Bedingungen, die eigentliche Medienauswahl treffen.

InetBib 12.07.2020

(Ganzer Text auf InetBib)

bookmark_borderTraum eines Bücherliebhabers?

Während Business Insider auf Twitter die Tianjin Binhai Library als „wahrgewordenen Traum eines Buchliebhabers“ lobt, kritisiert die Handelsblatt-Korrespondentin Dana Heide diese Wahrnehmung:

… There you have an outstanding building, an awesome interior for a library. But all those books there have been pre-selected to fit the harsh censorship in China. …

Twitter/Dana Heide