bookmark_borderSprachpessimisten nehmen Vergangenheit als echten Bestandteil der Gegenwart wahr

Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, warum die Fortschrittsverweigerer von AfD und VDS („Verein Deutsche Sprache“) sich jetzt so über den neuen Duden aufregen. Zugegeben, ernst genommen habe ich beide noch nie, der VDS ist mir bislang auch nur mit ähnlich unsinnigen Forderungen wie die AfD aufgefallen.

Ausgerechnet die AfD jammert, dass der Mehrheit „ideologische“ Begriffe von „kleinen Gruppen“ verordnet würden. Das können sie als rechte Partei natürlich besonders gut einschätzen, schließlich haben sie selbst – teilweise durchaus erfolgreich – den ein oder anderen Begriff in den allgemeinen Sprachgebrauch eingebracht, der eindeutig ideologisch geprägt ist. Stichwort „Flüchtlingskrise“.

Der VDS liefert derweil einen der Klassiker ab und jammert, dass einzelne Personen „von oben herab“ entscheiden wollten, wie sich Sprache entwickelt und jammert, dass Leute „Gendersternchen und ähnliche Konstrukte echte Bestandteile der deutschen Sprache“ wahrnehmen würden. Dass das daran liegen könnte, dass es Leute gibt, die daran glauben, dass sich auch Sprache verändern kann und der Stand von vor hundert Jahren nicht zwingend ein für alle Zeiten perfektes Sprachbild definiert.

Fortschritt wird eh überbewertet.

(RP Online)

bookmark_borderAwareness Glossar

Nicht nur beim Thema Gender sollten wir auf unsere Sprache achten, auch beim Thema Behinderungen gibt es verschiedene Fallstricke und Worte, Wortkombinationen oder Abkürzungen, die Menschen außerhalb der Behindertenbewegung nicht verstehen.

Ein laufend erweitertes Glossar gibt es auf wiermuesstenreden.blogspot.com (Keine Angst, die Seite ist nur halb so lang, wie der Scrollbalken vermuten lässt – die Betreiber:innen moderieren nur scheinbar die Kommentare nicht)