bookmark_borderCancel Culture

Bei der „Welt“ (Axel Springer) freut sich der Chefkommentator, dass NS-Verbrecher ihre Jobs in der Nachkriegszeit behalten konnten. Die Militärhistorikerin Annika Brockschmidt hat dem Thema einen Twitter-Thread und einen Beitrag bei Übermedien gewidmet.

Mit Cancel Culture wird ein systematischer Boykott von Personen oder Organisationen bezeichnet, denen beleidigende oder diskriminierende Aussagen bzw. Handlungen vorgeworfen werden.

Wikipedia: Cancel Culture, Stand 20.08.2020

bookmark_borderKZ-Gedenkstätte als Viehweide

Von den Häftlingen wurde schwerste körperliche Arbeit gefordert, während sie unter unmenschlichen Bedingungen in einem Pferdestall untergebracht waren. Zwischen 1941 und 1943 kam es zudem zu mehreren Morden an den Zwangsarbeitenden. ->

Ein bemerkenswertes Beispiel fragwürdigen Umgangs mit einer KZ-Gedenkstätte liefert die Stadt Radolfzell am Bodensee. Hier gibt es eine Gedenkstätte für ein Außenlager des KZ Dachau. Die Verwaltung lässt Teile der Fläche als Viehweide nutzen, angeblich damit das Gelände nicht verwildert.

Bemerkenswert ist diese Begründung vor allem unter Berücksichtigung eines noch immer vorhandenen NS-Ehrenmals (wenn auch ohne den ursprünglichen Schriftzug) und Gedenktafeln, die ohne Differenzierung „der Opfer der Gewaltherrschaft und der Toten aller Kriege“ gedenken.

(Frag den Staat)

bookmark_border75 Jahre nach Hiroshima

Ein paar Tage verspätet zwei Links zum Thema:

  • 75 Jahre nach Hiroshima: Wenn der Atombombenabwurf in Vergessenheit gerät. (Lars Nicolaysen/dpa, Heise.de)
    Hiroshima ist ein Mahnmal gegen Atomwaffen. Doch die Erinnerung an den Atomangriff von 1945 geht zurück, genauso wie die Abrüstungsbemühung.
  • Das neue atomare Wettrüsten (Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk, 6-Teilige Serie, Teil 1)

bookmark_borderSprachpessimisten nehmen Vergangenheit als echten Bestandteil der Gegenwart wahr

Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, warum die Fortschrittsverweigerer von AfD und VDS („Verein Deutsche Sprache“) sich jetzt so über den neuen Duden aufregen. Zugegeben, ernst genommen habe ich beide noch nie, der VDS ist mir bislang auch nur mit ähnlich unsinnigen Forderungen wie die AfD aufgefallen.

Ausgerechnet die AfD jammert, dass der Mehrheit „ideologische“ Begriffe von „kleinen Gruppen“ verordnet würden. Das können sie als rechte Partei natürlich besonders gut einschätzen, schließlich haben sie selbst – teilweise durchaus erfolgreich – den ein oder anderen Begriff in den allgemeinen Sprachgebrauch eingebracht, der eindeutig ideologisch geprägt ist. Stichwort „Flüchtlingskrise“.

Der VDS liefert derweil einen der Klassiker ab und jammert, dass einzelne Personen „von oben herab“ entscheiden wollten, wie sich Sprache entwickelt und jammert, dass Leute „Gendersternchen und ähnliche Konstrukte echte Bestandteile der deutschen Sprache“ wahrnehmen würden. Dass das daran liegen könnte, dass es Leute gibt, die daran glauben, dass sich auch Sprache verändern kann und der Stand von vor hundert Jahren nicht zwingend ein für alle Zeiten perfektes Sprachbild definiert.

Fortschritt wird eh überbewertet.

(RP Online)

bookmark_borderDeutsche Welle verbreitet Unsinn über E-Autos

Die deutsche Welle verbreitet Unsinn über E-Autos und drückt sich um eine kritische Betrachtung mit dem Hinweis, es handele sich ja um Kommentare. Und die kennzeichnet ja sonst wirklich niemand als solche.

Ich weiß gar nicht, was ich bedenklicher finde – dass die DW Unsinn verbreitet oder dass sie sich nichtmal eine brauchbare Ausrede ausdenken können oder wollen.

(Volksverpetzer)

bookmark_borderKein Recht auf uneingeschränkte Bibliotheksnutzung in Corona-Zeiten

So hat das Verwaltungsgericht Gießen geurteilt (Az. 3 L 2412/20.GI):

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts verletzten die Beschränkung der Nutzungsmöglichkeiten der Einrichtungen, die auf dem Hygiene- und Maßnahmenkonzept der JLU zur Eindämmung der Corona-Pandemie beruhen, den Antragsteller nicht in seinen Rechten verletzen.

(…)

Die Nutzung der Bibliothek des juristischen Fachbereichs sei grundsätzlich nur im Rahmen der tatsächlichen rechtlichen Nutzungsmöglichkeiten gegeben. Unter Wahrung der Abstandsregelungen und zum Gesundheitsschutz sei daher derzeit zulässigerweise nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen vorhanden. Dass die Universität diese Plätze vorrangig den Examenskandidaten zur Verfügung stelle, verletze den Antragsteller, der Student im 2. Semester ist, nicht in seinem Recht auf Gleichbehandlung.

Pressemitteilung des VG Gießen v. 19.08.2020, zitiert nach juris

Geklagt hatte ein Jurastudent im zweiten Semester, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Juris)

bookmark_border#histoPOD: Commemorating the Holocaust

Die bpb hat einen Histo-Podcast gestartet, die ersten zwei Folgen beschäftigen sich mit dem Holocaust:

#histoPOD Folge 1: Commemorating the Holocaust – Israel. Gespräch zwischen der Journalisten Annika Brockschmidt mit Dr. Yael Granot-Bein, Direktor des Weiss-Livnat International MA Program in Holocaust Studies der Universität Haifa u.a. über die Frage, wie sich das Gedenken an den Holocaust in Israel im Laufe der Zeit verändert hat. (Englisch, ca. 30 Minuten)

#histoPOD Folge 2: Commemorating the Holocaust – Japan. Gespräch zwischen Annika Brockschmidt und Fumiko Ishioka, Direktorin des Tokyo Holocaust Education Resource Center., u.a. über die Frage, warum die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg vielschichtig ist und warum es in Japan keine einheitliche Erzählung dazu gibt. (Englisch ca. 30 Minuten)

Ich habe beide Folgen noch nicht gehört, klingt aber interessent. Nur einen Feed habe ich nicht gefunden, was das ganze zur Ansammlung von Audio-Dateien macht.

bookmark_borderGegen die Zerschlgung der SPK

In den letzten Wochen ist die Auflösung bzw. Aufteilung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz diskutiert worden. (Zeit.de, rbb)

Eine der wenigen Gegenstimmen, die ich gesehen habe ist ein Interview von Michael Knoche mit der ehemaligen Kulturstaatsministerin Christina Weiss, drüben im Blog der Forschungsbibliothek Krekelborn.

Wollte ich einfach mal reingeworfen haben, ich habe keine Vorliebe für einen der Wege.

bookmark_borderDemokratische, neutrale Bibliotheken?

Zwei Beiträge aus BuB – Forum Bibliothek und Information, 71.2019: