Kein Recht auf uneingeschränkte Bibliotheksnutzung in Corona-Zeiten

So hat das Verwaltungsgericht Gießen geurteilt (Az. 3 L 2412/20.GI):

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts verletzten die Beschränkung der Nutzungsmöglichkeiten der Einrichtungen, die auf dem Hygiene- und Maßnahmenkonzept der JLU zur Eindämmung der Corona-Pandemie beruhen, den Antragsteller nicht in seinen Rechten verletzen.

(…)

Die Nutzung der Bibliothek des juristischen Fachbereichs sei grundsätzlich nur im Rahmen der tatsächlichen rechtlichen Nutzungsmöglichkeiten gegeben. Unter Wahrung der Abstandsregelungen und zum Gesundheitsschutz sei daher derzeit zulässigerweise nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen vorhanden. Dass die Universität diese Plätze vorrangig den Examenskandidaten zur Verfügung stelle, verletze den Antragsteller, der Student im 2. Semester ist, nicht in seinem Recht auf Gleichbehandlung.

Pressemitteilung des VG Gießen v. 19.08.2020, zitiert nach juris

Geklagt hatte ein Jurastudent im zweiten Semester, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Juris)

#histoPOD: Commemorating the Holocaust

Die bpb hat einen Histo-Podcast gestartet, die ersten zwei Folgen beschäftigen sich mit dem Holocaust:

#histoPOD Folge 1: Commemorating the Holocaust – Israel. Gespräch zwischen der Journalisten Annika Brockschmidt mit Dr. Yael Granot-Bein, Direktor des Weiss-Livnat International MA Program in Holocaust Studies der Universität Haifa u.a. über die Frage, wie sich das Gedenken an den Holocaust in Israel im Laufe der Zeit verändert hat. (Englisch, ca. 30 Minuten)

#histoPOD Folge 2: Commemorating the Holocaust – Japan. Gespräch zwischen Annika Brockschmidt und Fumiko Ishioka, Direktorin des Tokyo Holocaust Education Resource Center., u.a. über die Frage, warum die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg vielschichtig ist und warum es in Japan keine einheitliche Erzählung dazu gibt. (Englisch ca. 30 Minuten)

Ich habe beide Folgen noch nicht gehört, klingt aber interessent. Nur einen Feed habe ich nicht gefunden, was das ganze zur Ansammlung von Audio-Dateien macht.

Gegen die Zerschlgung der SPK

In den letzten Wochen ist die Auflösung bzw. Aufteilung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz diskutiert worden. (Zeit.de, rbb)

Eine der wenigen Gegenstimmen, die ich gesehen habe ist ein Interview von Michael Knoche mit der ehemaligen Kulturstaatsministerin Christina Weiss, drüben im Blog der Forschungsbibliothek Krekelborn.

Wollte ich einfach mal reingeworfen haben, ich habe keine Vorliebe für einen der Wege.

Demokratische, neutrale Bibliotheken?

Zwei Beiträge aus BuB – Forum Bibliothek und Information, 71.2019:

Kein Schlussstrich!

Ergänzend zu gestern ein Kommentar von Frank Bräutigam zum Urteil gegen einen SS-Wachtmann im KZ Stutthof in der letzten Woche:

Zwei Jahre auf Bewährung. Er muss im hohen Alter nicht mehr ins Gefängnis. Aber die Opfer des Holocaust und ihre Hinterbliebenen haben einen Anspruch darauf, dass die Justiz heute keinen Schlussstrich zieht und ermittelt, solange es geht. Für diese Ermittlungen ist die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg ein sehr wichtiger Akteur. Mord und Beihilfe zum Mord verjähren nicht.

Frank Bräutigam: Kein Schlussstrich! tagesschau.de vom 23.07.2020

Icons zum Themenbereich Politik

Die bpb betreibt eine „Offene Datenbank Bildsprache Politik„, in der sich Icons/erläuternde Zeichnungen zu verschiedenen Teilbereichen von Politik, aber auch bspw. Wirtschaft(-spolitik) finden.

Eigentlich wohl vor allem für die Erstellung von (Lehr-)Materialien in einfacher und Leichter Sprache und für die Bebilderung von Materialien ohne Text gedacht, können die Materialien auch anderweitig sinnvoll genutzt werden. Einzige Einschränkung: Die Icons stehen unter der recht eingeschränkten Lizenz CC-BY-NC-ND. (Nicht-kommerzielle Verwendung, keine Veränderungen erlaubt – warum das doof ist, wird bei irights.info erklärt)

Why still remember?

Schon älter, aber immernoch aktuell:

gnaddrig erklärt, warum „irgendwann muss mal Schluss sein, wir tragen keine Schuld!“ in Bezug auf den Holocaust Unsinn ist und Gedenken und Aufarbeitung weiterhin wichtige Themen sind:

Es ist nicht Schluss, und es wird in absehbarer Zeit auch nicht Schluss sein mit den alten Geschichten. Und wann Schluss ist, haben nicht wir zu entscheiden. Wir können kein Ende verlangen, höchstens auf Vergebung hoffen, wobei Vergeben nicht gleich Vergessen ist.

gnaddrig: „Irgendwann muss doch mal Schluss sein!“ (21.04.2013)

Awareness Glossar

Nicht nur beim Thema Gender sollten wir auf unsere Sprache achten, auch beim Thema Behinderungen gibt es verschiedene Fallstricke und Worte, Wortkombinationen oder Abkürzungen, die Menschen außerhalb der Behindertenbewegung nicht verstehen.

Ein laufend erweitertes Glossar gibt es auf wiermuesstenreden.blogspot.com (Keine Angst, die Seite ist nur halb so lang, wie der Scrollbalken vermuten lässt – die Betreiber:innen moderieren nur scheinbar die Kommentare nicht)