Das Recht auf Vergessenwerden – eine Möglichkeit zur Ausradierung von Quellen?

In Friedberg hat ein Mitglied der Stadtverordnetenversammlung seinen Namen aus Protokollen löschen lassen – während der Städtebund die Voraussetzungen für eine Löschung nach dem „Recht auf Vergessen“ nicht für gegeben sieht. (Frankfurter Rundschau)

Dazu treffend @mspro:

wenn ich eine wirkung auf die welt gehabt habe, steht es mir nicht zu, die welt zu zwingen, die wirkung von meiner person zu entkoppeln. richtig müsste es heißen: das recht andere vergessen zu machen.

Michael Seemann (@mspro) auf Twitter

Abgesehen davon, dass die Person vermutlich über andere Unterlagen rekonstruierbar ist, und sei es nur die Lokalpresse, ist so ein Vorgang auch aus Archivperspektive bedenklich – wenn Namen in den Protokollen geschwärzt sind oder gleich ganz fehlen, kommen fast zwangsläufig Zweifel an der Authentizität der Quelle auf.

fabian

FaMI der Fachrichtung Archiv im Niedersächsischen Landesarchiv, Abteilung Aurich. Vor allem Sammlungsbestände und Bibliothek. Computerjunkie und semiprofessioneller Kampfradler.

Das könnte dich auch interessieren …